Studie A22 Verkehr

[Erscheinungsdatum: Dezember 2018]

Dank einer Reihe von Untersuchungen im Rahmen des Projektes BrennerLEC liegt nun ein sehr klarer Bericht über jene Fahrzeuge auf der A22 vor, die im Jahr 2017 zwischen Brenner und Affi unterwegs waren. Anzahl, Fahrzeugtyp, Herkunfts- und Bestimmungsort, Staatsangehörigkeit, Abgase, Durchschnittsgeschwindigkeit, mittler Kraftstoffverbrauch, Fahrzeugantrieb: mithilfe all dieser Informationen zu den Fahrzeugen auf der A22 können die Versuche des Projektes BrennerLEC zur Vermeidung von Schadstoffen durch dynamische Geschwindigkeitsbegrenzungen weitergeführt werden. 

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen in erster Linie auf, dass entlang der Autobahin vermehrt neuere Fahrzeuge mit einer höheren Euro-Schadstoffklasse unterwegs sind. Gerade LKW-Fuhrparke werden derart schnell erneuert, dass bereits heute etwa 70 Prozent der Schwerfahrzeuge den Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 entsprechen. Vor allem Fernlaster sind dabei meist jüngeren Datums als LKWs im Regionalverkehr. Bei den PKWs hingegen entsprechen etwa 80 Prozent der Fahrzeuge auf der Autobahn den Euroklassen 4, 5 oder 6 – im Vergleich zu durchschnittlich 50 Prozent auf gesamtstaatlicher Ebene. 

Diese Daten lassen vermuten, dass die Schadstoffwerte pro gefahrenen Kilometer an der Autobahn niederer sind als im gesamtstaatlichen Durchschnitt. Die aktuelle Studie zu den Leicht- und Schwerfahrzeugen auf der A22 bestätigt diese Annahme jedoch nur teilweise. Dies begründet in den unterschiedlichen Antriebsarten der Fahrzeuge: die LKWs auf der Autobahn werden fast ausschließlich mit Dieselkraftstoff betrieben, ebenso wie ungefähr 76 Prozent der PKWs. 

Das Endergebnis der Untersuchung überrascht: Jene Fahrzeuge, die mehr als 100 Stundenkilometer fahren dürfen, verursachen etwa 50 Prozent der Stickoxid-Emissionen – und genau diese Fahrzeuge gehören zur Zielgruppe der BrennerLEC-Versuche für eine dynamische Geschwindigkeitsbegrenzung zur Schadstoffvermeidung. 

Die dynamische Regelung der Geschwindigkeit ist eine effiziente Maßnahme, zumal die Stickoxidausstoße der Dieselfahrzeuge (auch neueren Datums) bei einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 80 Stundenkilometer erheblich steigen. Beschleunigt etwa ein Euro-5-Auto von 100 auf 130 Stundenkilometer, so steigen die Emissionen um insgesamt 30 Prozent. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung wirkt sich zudem auf den jährlichen Mittelwert der Stickoxidbelastung entlang der Autobahn aus. Im Zuge des Projektes BrennerLEC wurde festgestellt, dass bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeitsreduzierung um 15 Stundenkilometer infolge einer Begrenzung auf 100 Stundenkilometer die Belastung um etwa 10 Prozent verringert wird. Mithilfe der Daten aus der aktuellen Studie können die ersten ausschlaggebenden Auswirkungen einer dynamischen Geschwindigkeitsbegrenzung nachvollzogen werden. 

 

Infografik Verkehrstypen auf der A22 Autobahn 

Infografiik Emissionen vom A22 Verkehr

Bericht