COVID19 Studie

[Erscheinungsdatum: Dezember 2020]

Die Einschränkungen des Personen- und Warenverkehrs, die der gesundheitliche Notstand rund um Covid-19 im Frühjahr mit sich gebracht hat, haben auch auf der Brennerautobahn (A22) zu einem starken Rückgang des Verkehrs und damit der Schadstoffe in der Luft geführt. Die Kohlendioxid-Emissionen (CO2) entlang der A22 gingen um zwei Drittel zurück, jene der Stickstoffdioxide (NO2) haben sich halbiert. In den Monaten März und April 2020 hat der Verkehr auf der Brennerautobahn gegenüber dem Vergleichszeitraum in den drei Jahren zuvor stark abgenommen. Der Pkw-Verkehr ist um 92 Prozent, der Schwerverkehr um 42 Prozent gegenüber den Vorjahren zurückgegangen.

Die Ergebnisse

Aus der Erhebung geht hervor, dass die Luftbelastung in der Zeit des Lockdowns signifikant zurückgegangen ist, und dies obwohl die Heizungs-Emissionen in diesem Zeitraum sogar gegenüber den drei Vorjahren angestiegen sind. Die Schätzungen der Stickoxid- und Kohlendioxid-Emissionen auf Grundlage der Verkehrsabnahme zeigen einen Rückgang von 66 bzw. 64 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum der drei vorangegangenen Jahre. Der Rückgang des Verkehrsaufkommens hat zu einer bedeutenden Abnahme der Luftverschmutzung in Autobahn-Nähe geführt: Die Stickoxid-Konzentration ist um die Hälfte zurückgegangen. Dieser Rückgang hat sich auch positiv auf etwas von der Autobahn entferntere Bereiche ausgewirkt. So hat in Kurtinig an der Weinstraße (230 Meter von der A22 entfernt) die Stickstoffdioxid-Konzentration um 37 Prozent abgenommen. Dies zeigt, dass eine bedeutende Emissionsquelle für die Autobahn die Luftqualität nicht nur in unmittelbarer Fahrbahn-Nähe beeinflusst, sondern auch in Ortschaften, die in einigen hundert Metern Entfernung liegen.

"Black Carbon" aus dem Verkehr

Die starke Abnahme der verkehrsbedingten Emissionen und der Verbleib von Emissionen aus Holzheizungen in der Luft wird auch durch eine Analyse der Feinstaub-Emissionen bestätigt. Mittels eines spezifischen Geräts, eines Äthalometers, wurde "Black Carbon", eine Komponente des Feinstaubs, die bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen (Erdöl und Methangas) und von Biomasse (vor allem Brennholz, aber auch Holzheizungen) freigesetzt wird, untersucht. Dabei wurde gemessen, wieviel "Black Carbon" vom Verkehr (der während des Lockdowns um 57 Prozent zurückgegangen ist) stammt und wieviel davon auf die Heizungsemissionen zurückzuführen ist (die im selben Zeitraum um 5 Prozent zugenommen haben). Da es sich hierbei um Ergebnisse handelt, die für die Wissenschaft und Politik von großem Interesse sind (Black Carbon ist in der Gesetzgebung noch nicht berücksichtigt), ist die Studie in den Bericht "Luftqualität in Italien" der staatlichen Umweltbehörde SNPA (Sistema nazionale per la Protezione dell’ambiente) eingeflossen, der vor kurzem italienweit vorgestellt wurde.

Der vollständige Bericht über die Auswirkungen der Covid-19-Eindämmungsmaßnahmen auf die Luftqualität entlang der Brennerautobahn steht hier zur Verfügung (auf Italienisch).